Call for Papers
Forschungskolleg „Medienumbrüche“ (SFB/FK 615)
Filmforschung digital:
Informationstechnik in der Filmwissenschaft
Eine transdisziplinäre Arbeitstagung
18.-19. Juni 2007 in Siegen
Computergestützte Hilfsmittel sind für die filmwissenschaftliche Forschung von wachsender Bedeutung. Sie erleichtern beispielsweise den Umgang mit großen Datenbeständen oder können selbständig Analysearbeiten übernehmen. Am transdisziplinär ausgerichteten Forschungskolleg „Medienumbrüche“ findet zwischen Filmwissenschaftlern und Informatikern ein reger Austausch statt, um Einsatzmöglichkeiten zu bestimmen und Anwendungen zu optimieren. Mit der Arbeitstagung Filmforschung digital soll dieser Austausch mit Fachkollegen aus dem In- und Ausland fortgeführt und vertieft werden.
Die Arbeitstagung umfasst drei Themenschwerpunkte:
1. Theoretischer Rahmen
Der Einsatz computergestützter Hilfsmittel in der Filmwissenschaft ist (noch) nicht selbstverständlich und mit einer Vielzahl von Fragen verbunden. Welche Möglichkeiten für den Einsatz gibt es? Wo ist ein Einsatz überhaupt sinnvoll? Wie viel manuelle Kontrolle der automatisierten Arbeit ist erforderlich? Welche neuen Forschungsfelder erschließen sich durch den Einsatz? Wie verändert sich dadurch die Arbeit das Forschers? Es diskutieren Informatiker und Filmwissenschaftler mit Theoretikern der kulturwissenschaftlichen Informationsverarbeitung.
2. Praktische Einsatzgebiete
a) Filmanalyse
Eine ganze Reihe von Projekten beschäftigt sich mit der Entwicklung von Filmanalyse-Software. Die Bandbreite reicht von Filmprotokoll-Software, die die manuelle Analyse unterstützt, bis zu Analyseprogrammen, die selbständig Schnitte, Einstellungsgrößen und andere Parameter erkennen. Informatiker stellen Leistungsumfang und Technologie ihrer Softwarelösungen und laufenden Projekte vor und diskutieren mit Fachkollegen und Anwendern über Optimierungsmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven.
b) Filmdatenbanken
Insbesondere in der filmhistorischen Forschung spielen Datenbanken eine wichtige Rolle, um große Informationsmengen zu bewältigen und auszuwerten. Neben semi-kommerziellen bzw. institutionellen Angeboten wie der Internet Movie Database (www.imdb.com) oder dem Filmportal (www.filmportal.de) gibt es eine große Zahl von Datenbanken einzelner Forschungsprojekte, die sich entsprechend der jeweiligen Fragestellung inhaltlich und strukturell stark voneinander unterscheiden. Seit kurzem findet ein internationaler Austausch über derartige Projekte statt, der langfristig zu einer stärkeren Verknüpfung und Kompatibilität der erhobenen Daten führen könnte.
Entwickler von Filmdatenbanken präsentieren ihre Arbeit und diskutieren über Konzeptionen, technische Umsetzung, Verknüpfbarkeit und Perspektiven.
3. Technische Herausforderungen
Die Softwareentwicklung – insbesondere im Bereich der Filmanalyse – stellt die Informatik vor eine Reihe von Herausforderungen. Wie lassen sich Bildinformationen erkennen und so erfassen, dass sie den menschlichen Interpretationen entsprechen („semantic gap“)? Wie lässt sich der große Ressourcenbedarf sinnvoll decken („media grid“)?
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Wegen der internationalen Ausrichtung der Arbeitstagung sollen die Tagungsbeiträge möglichst in englischer Sprache gehalten werden.
Die Beiträge der Konferenz sollen Eingang in einen Sammelband finden, dessen Erscheinen für Mitte 2008 geplant ist.
Vorschläge für Konferenzbeiträge zu einem der genannten Schwerpunktthemen werden bis zum 18. März erbeten an Michael Ross <ross(at)fk615.uni-siegen.de> und Jens Wagner <jens.wagner(at)informatik.uni-siegen.de>. Das Exposé sollte einen Umfang von 500 Wörtern nicht überschreiten. Zusätzlich bitten wir um kurze Informationen zu Ihrer Person (maximal 150 Wörter inkl. Angaben zu den wichtigsten Veröffentlichungen zum Thema).


